Schallers Atelier für eine religionsoffene, humanistische Theologie.
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Wie die Welt spinnt
oder auch nicht!

von Fritz P. Schaller

Gegen die Kirchenkrise
ein neues Konzil?

Die Zeitschrift "Christ in der Gegenwart" (Herder, Freiburg/D) ruft angesichts der religiösen Krise der Gegenwart zu einem neuen Konzil auf, analog dem Zweiten Vatikanum der 60er Jahre. Zweifel sind angebracht.

3. März 2010. Auch ich erlebte das Zweite Vaticanum als ein grossartiges, begeisterndes Unternehmen. Ich verstehe den Frust und die Enttäuschung über die reaktionäre Kehrtwende der katholischen Hierarchie.

Trotzdem: Dem Vorschlag für ein neues Konzil haftet etwas Unwirkliches an. Die Impulse des Zweiten Vaticanums liegen ja nach wie vor auf dem Tisch. Würden sie doch kreativ weiter geführt und implementiert, statt systematisch sabotiert!

Zudem scheint mir der Ruf nach einem neuen Konzil der Idee verhaftet, katholische Kirchenreformen seien "von oben" zu organisieren, also zentral. Jüngst hat Hans Küng einmal mehr vom Papst ein Umdenken in Sachen Zölibatspflicht und kirchlicher Sexualethik gefordert. Und auch vom Basler Bischof Kurt Koch hörte man schon, eine Änderung der Zölibatsnorm müsste von der Weltkirche beschlossen werden. Es sei nicht möglich, regionale Lösungen zu verlangen.

Solche ängstlichen und unterwürfigen Haltungen sind meines Erachtens Teil des Problems. Die jüngsten Bischofsernennungen in Belgien, Deutschland, Oesterreich, oder auch im Bistum Chur, verschärfen es weiter. Was hindert denn Bischöfe und Bischofskonferenzen ihre pastorale Verantwortung so wahrzunehmen, wie es den Verhältnissen vor Ort entspricht? Was hindert sie die päpstliche Kirchenleitung ernsthaft heraus zu fordern, wenn das Problem schon als akut und ernst erkannt ist?

Die Probleme mit dem Priesterzölibat und der Sexualethik im allgemeinen sind nur die Spitze des Eisbergs. Unter der Spitze verbergen sich die grossen Brocken des Amts- und Sakramenten-Verständnisses, des Hierarchie-Verständnisses, der Volk-Gottes-Theologie, der Eucharistiefeier. Von der Frauenwürde und den Frauenrechten in der Kirche, von Priesterseminarien und Ausbildungslinien ganz schweigen! Reformstau, wohin man blickt.

Küngs Appell wird im Vatikan ungehört verhallen. Aber eine junge Theologen-Generation sollte den Bischöfen und Bischofskonferenzen klar machen, was ihre Eigenverantwortung ist, statt sich dem universalen Anspruch des päpstlichen Jurisdiktionsprimats wider besseres Wissen zu beugen.

Offensichtlich blockieren überholte theologische Skrupel die Gewissen der Hierarchen. Das behindert pastorales Handeln in jesuanischer Verantwortung.

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Respekt vor der Burka? (2)

Kaum hatte ich meine Gedanken zum Thema Burka ins Weblog gestellt (19. Februar), fand ich in der SonntagsZeitung vom 21. Februar ein bemerkenswertes Interview mit dem franzöischen Philosophen und Politologen Olivier Roy.
Daraus ein paar Sätze, die Burka betreffend:

22. Februar 2009. "Früher war die Religion in den Alltag der Menschen eingebettet. Sie ist deshalb gar nicht aufgefallen. Religiös zu sein war normal, die Religion war überall und nirgends. In einer säkularisierten Gesellschaft hingegen fallen religiöse Menschen auf. Sie werden zu Exoten. Gleichzeitig fehlt die Bindung zur Alltagskultur.
Nehmen Sie das Beispiel der Priester und Pfarrer. Noch vor fünfzig Jahren sind sie im normalen Alltag wegen ihrer Kleidung gar nicht bemerkt worden. Heute kleiden sich katholische und protestantische Geistliche so, dass man sie sofort erkennt, auch die Vertreter der neuen evangelischen Sekten. Oder das Kreuz wird immer allgegenwärtiger."

"Die Kinder oder Enkel der Einwanderer verstehen sich nicht mehr als Einwanderer. Sie wollen mit der Religion Flagge zeigen, sie wollen auffallen. Daher ziehen sie wieder den Schleier an, oder sogar die Burka."

"Konvertiten sind gefährlich. Sie neigen zum Fundamentalismus. Al-Qaida hat prozentual gesehen den höchsten Grad von Konvertiten aller islamischen Organisationen. Und ein Drittel aller Frauen, die in Frankreich die Burka tragen, sind Konvertiten."

"Wir haben Angst vor den Fundamentalisten. Doch gerade diese Fundamentalisten sind ein Produkt der Moderne. Die Frauen, die in Frankreich eine Burka tragen, werden nicht von ihren Männern dazu gezwungen. Das ist inzwischen allgemein anerkannt.
Nehmen Sie Malika El Aroud, eine bekannte Vertreterin des islamischen Fundamentalismus. Sie ist die Witwe eines der beiden Mörder des afghanischen Widerstandskämpfers und Taliban-Gegners Massoud. Diese Frau hat den Lebenslauf einer modernen westlichen Frau: Uneheliches Kind, Hippie-Jugend, und sie hat ihren aktuellen Ehemann, der übrigens zehn Jahre jünger ist als sie, per Internet gefunden. Fundamentalismus, auch islamischer, hat nichts mit Tradition zu tun. Es ist etwas, das sich moderne Menschen konstruieren."

"Warum trägt eine moderne westliche Frau plötzlich und freiwillig eine Burka? Weil sie damit auffällt. Es handelt sich primär um Exhibitionismus."

Zitate aus: "SonntagsZeitung", Zürich 21. Februar 2010. "Osama Bin Laden könnte man auch als eine Art arabischen Che Guevara bezeichnen. Der französiche Philosoph Olivier Roy über den Islam, das Buhlen der Religionen um neue Anhänger und Minarette, die Moscheen wie Kirchen aussehen lassen".

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Kirchensteuer oder Austritt?

Nach jüngsten Berichten treten Katholiken und Protestanten in Zürich derzeit vermehrt aus den Kirchen aus. Die Steuererklärung flattert ins Haus. Mancher frägt sich, ob er sich zum Austritt entscheiden soll.

20. Februar 2010. Die Reaktion der Kirchen auf die Austritte wirkt einigermassen hilflos. So, wenn ein Kirchenmann sagt, "wir müssen die Austritte ernst nehmen", oder wenn andere ein "allgemeines Desinteresse an der Kirche" vermuten. Konkrete Vorkommnisse, wie die Rehabilitation der Pius-Bruderschaft, mögen eine Rolle spielen. Das Bistum Chur, zu dem Zürich gehört, fördert generell eine sakramental-kommunitaristische Subkultur, was natürlich den Verdacht nährt, mit der Kirchensteuer stärke man den herrschenden Traditionalismus, statt einen weltoffenen, partizipativen Katholizismus.

Ich habe persönlich nicht die Absicht, aus der Kirche auszutreten, ich würde ja ein gutes Stück meiner Lebensgeschichte verleugnen. Das kommt nicht in Frage. Es stört mich aber, dass mich der Staat in kirchlichen Diensten zwangsbesteuert für konfessionelle Strukturen, die der Lebenswirklichkeit nicht gerecht werden. Ich meine, das kann nicht der Sinn der öffentlich-rechtlichen Anerkennung der Kirchen und Religionsgemeinschaften sein! Insofern verstehe ich viele Austrittsgründe.

Das Problem liegt darin
... Lesen Sie den ganzen Text im PDF

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Respekt vor der Burka? (1)

Manche möchten die Ganz-Körper-Verschleierung von Immigrantinnen tolerieren. Sie denken an die Würde der Frau darunter. Ein Trugschluss!

19. Februar 2010. In Sachen Burka-Verbot belehrt der Amerikaner Ian Buruma Frankreich, "die Auslegung islamischer Tradition" sei "nicht Aufgabe der französischen Regierung". Frankreich, und damit wir im Westen, müssten die islamische Auslegungen den Muslimen selbst überlassen.

Buruma verfälscht damit das Problem und die Diskussion. Bei der Burka-Frage steht nicht die islamische Auslegungen auf dem Spiel, es geht um die Standards des Zusammenlebens in unseren Bürger-Gesellschaften. Es ist sehr wohl Aufgabe der Gralshüter der französischen Revolution, über Rechte und Pflichten des freien Citoyen nachzudenken. Freie Bürger haben ein Gesicht und dürfen es zeigen, wollen sie respektiert sein. Vermummung verträgt sich nicht mit Bürgerehre, mit der Autonomie und Freiheit der Persönlichkeit, ob an Demonstrationen oder aus religiösen Gründen.

Warum sollten über das Burka-Tragen ein Tabu herrschen? Es wäre paradox in einer Gesellschaft, wo der biometrische Pass verlangt wird und gar das Ganz-Körper-Scanning an Flughäfen. Allerdings: ob sich ein Burka-Verbot aufdrängt oder nicht, ist ein rein pragmatische Frage. In Genf. wo sich gelegentlich verhüllte Kundinnen in Iuwelier-Geschäften aufhalten, reicht zur Prüfung die Kreditkarte. Wo die Burka gesellschaftlich irrelevant ist wie bei uns, drängt sich gar keine Massnahme auf. Es reicht, Vermummte an öffentlichen Schaltern nicht zu bedienen.

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Die persönliche Performance

Bin ich mein Erbgut? Funktioniere ich, wie mein Erbfaden DNA es vorschreibt? Lassen sich aus meinen Genen meine Fähigkeiten, Krankheiten, Leistungen vorhersagen? Nein! Ein Weblog zu meinem siebzigsten Geburtstag.

16. Januar 2010. Ich vollende gerade die Lektüre der Systemtheorie der DNA, wie sie der Philosoph und Ethiker Christoph Rehmann-Sutter dargelegt und begründet hat*.

Es liegen in der Wissenschaft von den Genen, der Genetik, sehr viele Beweise und Hinweise darauf vor, dass wir eben nicht in unserem Erbgut, bzw. dem Erbfaden DNA, fertig entworfen sind. Ohne Erbgut würden wir zwar nicht existieren, aber das Erbgut kann nicht als unser Lebensprogramm verstanden werden. Es ist eine unter vielen Ressourcen.

Unser Leben lässt sich aus der DNA so wenig voraus sagen wie aus irgendwelchen Sternbildern. Vielmehr ist die DNA eine unserer vielen Ressourcen, die uns erlauben, die Menschlichkeit unseres Lebens in der Praxis zu verwirklichen.

Menschlichkeit als Lebenspraxis bedeutet, dass wir aus dem einmalig konfigurierten leibhaftigen Ich-Selbst persönlichen Sinn und Wert entwickeln können, kreativ und innovativ. Natürlich erfinden wir nicht alles neu; schon immer sind wir in soziale und kreatürliche Beziehungen und Bedingungen verwickelt: biologisch in einer bestimmten Verwandtschaft, Eltern, Familie, Clan, Heimat; gesellschaftlich durch Schule, Weltläufigkeit, Beruf und Freizeit.

Unsere Selbstverwirklichung gleicht einer fortlaufenden Neu-Erfindung unserer Persönlichkeit.

„Entwicklungsprozesse sind Schritte der kontinuierlichen Gegenwart eines Wesens in der Welt“, schreibt Rehmann-Sutter.

Mit andern Worten: In unseren Entwicklungsprozessen formen wir unsere eigene Existenz als Lebewesen. Unsere Identität ist nicht aus einem Erbprogramm gemeisselt; sonst wären wir die Statuen unserer selbst. Sie lebt und performt vielmehr in Ort und Zeit. Eltern realisieren sehr wohl, dass ihre Kinder keine Klone ihres Erbguts sind; jedes Kind ist besonders und einmalig.

Es gibt eine theologische Analogie zur Genetik:
Die Vorstellung, ich als Person sei durch eine göttliche Idee programmiert. So hat es schon der Philosoph Platon gelehrt. Alles, was ich tue, wäre demgemäss, diese Idee zu verwirklichen. Entweder gehorsam dem in der Idee meiner selbst objektivierten Willens Gottes, oder eben im Ungehorsam, der Sünde.

Eine solche Vorstellung passt natürlich zur Ideenlehre des Philosophen Platon, dem die antiken Kirchenväter verbunden waren. Ich denke, diese Vorstellung ist heute theologisch nicht mehr zu rechtfertigen.

Sie entzieht nämlich unserer Freiheit in der Entwicklung unserer Menschlichkeit die Grundlage, sie entwertet Gewissen und Verantwortung. Es ist niemand zum Verbrecher geboren, und niemand zum Heiligen. Das bessere Ich lässt sich nicht aus einer göttlichen Vorstellung ablesen. Das müssen schon selber erfinden.

Eines jeden Persönlichkeit entwickelt sich im Geflecht der individuellen und sozialen Bedingungen der menschlichen Existenz. Das Leben erfüllt sich nicht in einem Jenseits, es erfüllt sich in der Lebenspraxis.

So wenig wir von unserem Erbgut nicht durchprogrammiert sind, so wenig sind wir geistlich von einer göttlichen Vorsehung durchprogrammiert. Ein Jeder verwendet seine speziellen Ressourcen zur Erfüllung seines mehr oder weniger gelingenden Lebens.

Christoph Rehmann-Sutter: „Zwischen den Molekülen. Beiträge zur Philosophie der Genetik“ (Francke, Tübingen 2005).

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Theologie
auf der Schwelle zu 2010

Was für eine Theologie braucht die Welt an der Schwelle zum Jahr 2010? Wenn überhaupt! Manche denken, Aufgabe der Theologie sei es noch immer, die „alte Wahrheit“ in neue Schläuche zu füllen.

Politisch angewendet, bedeutet dies: Das Christentum wiederum als Leitkultur zu bestimmen. Die Debatte darüber ist nach dem Minarett-Verbot in der Schweiz neu entfacht. Was ist davon theologisch zu halten?

Aufgabe der Theologen wäre es in solcher Perspektive, einer „christlichen Leitkultur“ theologischen Inhalt zu geben und diese ideologisch zu begründen. Es ginge dann darum, „christliche Werte“ in gesellschaftlich-politische Normen zu übersetzen.

Warum dies so nicht funktionieren kann kann, lesen Sie im PDF
Theologie 2010.

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Inkarnation (II)
Wo hinein geboren?

Weihnachten. Es aufschlussreich, wenn wir den Reigen der grossen christlichen Feste jeweils vom Folgenden her interpretieren.

26. Dezember 2009. Wo hinein ist Jesus geboren?
Der Karfreitag gibt die Antwort: in die Bedingungen der menschlichen Existenz, inklusive den Tod. Die Biografie von Jesus ist menschlich vom Riss der Nabelschnur bis zum Kreuz!

Wo hinein ist Jesus gestorben?
Ostern gibt die Antwort: Er ist in das Leben der gesamten Kreatur hinein gestorben. "Jesus lebt" ist das ursprüngliche Glaubensbekenntnis der Maria aus Magadala und der Emmaus-Jünger.

Wohin hinein ist Jesus auferstanden?
Pfingsten gibt die Antwort: In die pfingstliche Gemeinde hinein.

So betrachtet, ist Pfingsten die Erfüllung von Weihnachten. Und damit wird die Nachfolge Jesu zur Erfüllung christlicher Existenz.

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Inkarnation:
Das Wunder der Geburtlichkeit

Betrachtung eines Neugeborenen an Weihnachten. Ein Wunder!

24. Dezember 2009. Bei wem ist das Neugeborene in die Lehre gegangen? Von wem hat es das Drehbuch? Gleich nach der Geburt setzt es seine Atmungsorgane schreiend in Gang, ganz am Anfang einer eigenen neuen Biografie. Ecce homo! Das bin ich, so wie ich bin!

Das Kind wird seine Symbiose mit der Atmosphäre bis zum letzten Atemzug nicht verlernen. Gleich nach der Geburt beginnt es, noch mit geschlossenen Augen, seinen Mund zum Saugen zu bewegen. Woher weiss es, wie das geht?

Woher wissen alle die Zellen des Neugeborenen, das Herz, der Kreislauf, der Verdauingstrakt, wie sie sich organisieren sollen? Woher weiss das Baby schon am ersten Tag, dass seine kleinen Fingerchen zum Greifen da sind?

Es ist unglaublich. Im Kind wirkt ein Systemwissen, das vorläufig unbewusst, aber mit den Monaten und Jahren zu einem wachen Ich-Selbst-Bewusstsein reifen wird. Als Teilhabe am Leben bedeutet es die Teilhabe an der Gesamtheit der Lebensprozesse. Und es bedeutet den Eintritt in die Bedingungen und die Bedingtheit des Menschen.

Christlich gedeutet: In jeder Geburt erfüllt sich die Inkarnation, die Seele-Leib-Werdung der göttlichen Schöpfungskraft. Darum ist Weihnachten das Fest der Geburtlichkeit des Menschen, dargestellt, erzählt und gefeiert am Beispiel des Jesus in Bethlehem. Ein Fest der Geburtlichkeit des Menschen überhaupt.

Das Leben kennt keine andere Herkunft als die Milliarden Geburtswunder, die das Leben nach der Bibel zum „Ebenbild Gottes“ machen: Das Knospen der Rose, das Aufspringen des jungen Kolibri aus seinem winzigen Ei, der erste Geburtsschrei von Jesus. Das ist schon die Gott-Ebenbildlichlichkeit der Schöpfung. Inkarnation. Wir brauchen nicht weiter zu suchen!

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    "Multitasking ist die schlimmste Praxis unserer Zeit. Sie vermanscht das Gehirn. Im frühen 20. Jahrhundert hat Taylor die Arbeitswelt mit der Stoppuhr geregelt, heute übernimmt das Multitasking: ein innerer, ein digitaler Taylorismus, der zu digitaler Demenz führt. So wie damals die Muskeln kaputtgingen, geht heute der Geist kaputt."

    "Um dagegen zu halten muss man den sogenannten Aufmerksamkeitsmuskel stärken. Das Lesen auf dem Papier wird eine ganz neue Rolle bekommen: Es wird eine therapeutische Funktion haben -- in der Wirkung das Hirn verbessern. Lesen auf Papier ist der einzige Ort, der nicht überwacht wird und der nicht dauernd mit elektronischer Ablenkung lockt."

    Frank Schirrmacher, in:

    Samstagsgespräch, Tages-Anzeiger Zürich, 8- Nov. 2009.


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