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"Im Roman 'Mantanens Wahrheit' sucht der Küsnachter Theologe Fritz P. Schaller nach letzten Erkenntnissen. Er findet sie mit einem Maturanden.
Man würde es ihm auf den ersten Blick gar nicht zutrauen: Der ehemalige Journalist, studierte Philosoph und freie katholische Theologe Fritz P. Schaller (68) betreibt in Küsnacht ein Atelier für Theologie. Er lebt gewissermassen für die Suche nach der göttlichen Wahrheit an sich. Und dann geht er hin und schreibt einen 319 Seiten dicken Roman, in dem es nicht nur um ultimative Erkentnisse, sondern auch um Alpwanderungen, Pferderennen und sexuelle Höhenflüge eines adoleszenten Frühreifen geht.
Wer Schallers Konterfrei auf seiner Homepage studiert, kann sich dann die literarische Freizügigkeit etwas besser erklären: Der Autor und Hobbyjazzer, der aus Flühli LU stammt, würde mit seinem geheimnisvollen Blick und dem hintergründigen Lächeln geradesogut als tiefsinniger Kabarettist durchgehen.
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Der Handungsablauf ist gar nicht übel. Es liest sich teils locker, teils spannend - vor allem in den Passagen, die um die Aidsforschung und ethische Fragen der Meikamentenversuche kreisen. Zu den besten Kapiteln gehören jene in Paris, einer Stadt, die der Autor als Korrespondent verschiedener Schweizer Zeitungen gut kennen gelernt hat. Am spannendsten sind die Erläuterungen zur Virenforschung: bildhaft beschrieben, sodass auch ein Laie das Streben von Viren, Bakterien, Molekülen und Enzymen versteht.
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Mantanens Wahrheit regt zum Denken an: Sie verdichtet sich in der Wahrnehmung einer Nanosekunde, die sowohl Vergangenheit als auch Gegenwart und Zukunft vereint.
Die interessanten wissenschaftlichen und philosophischen Gedanken sind die Stärke des Buchs. Es ist allerdings schwer vorstellbar, dass der 19-jährige Junge solche Überlegungen wälzt. Es sind die Gedanken des Theologen Schaller. Dazu passt, dass der Autor die Leserschaft immer wieder direkt anspricht."
Erwin Haas, in "Tages-Anzeiger" Zürich" Regionalausgabe rechtes Ufer, 16. Juli 2008.
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