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"Jazz ist das wichtigste musikkulturelle Ereignis des 20. Jahrhunderts. Der Jazz hat die Improvisation zurückgebracht, die 200 Jahre lang völlig verloren gegangen war. Vorher hat man ja auch in Europa improvisiert, doch dies verschwand zu Gunsten von immer grösseren Orchestern und ihrer bürgerlichen Musik." George Gruntz
Die Kirchenmusiker haben das 20. Jahrhundert verschlafen, von gelegentlichen Ausflügen in die Welt der Gospels und Spirituals mal abgesehen.
Jazz ist nämlich mehr als ein Musikstil. Der Jazz ist ein kulturelles Paradigma: Ihm gelang der Ausgleich zwischen dem kreativen Selbst des Musikers und dem ästhetischen Gefühl seiner Zeit. Der Jazz erlaubt den Künstlern die persönliche improvisatorische Performance, was die klassische Musik mit ihrer strengen Notenbindung verbietet.
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Okay, die Kirchen verfügen über einen eigenen, einen reichen Schatz an religiöser Musik. Grossartige Kompositionen; Orchestermessen; gregorianische Choräle, erschallend aus den Tiefen klösterlicher Kreuzgänge; Orgelwerke, brausend aus abertausend Pfeifen. Ich bin keineswegs ein Verächter alter Kost. Aber ich bleibe mir bewusst: Diese Musik, diese schönen Künste sind Glanzleistungen verblichener Epochen.
Ich glaube nicht an eine ewige Schönheit. Jedes Kunstwerk zeugt von der Lebenswelt, der Fähigkeit und dem Geschmack seines Urhebers. Es wäre daher vermessen, zu behaupten, irgendein Kunstwerk sei ewig. Auch die Kunst ist endlich, das heisst menschlich.
Im Jazz spüre ich meine Zeit. Den authentischen Ausdruck meiner Zeit will ich spüren, auch in der Kirchenkultur. Das zählt. Wirklich. Darum habe ich Kirchenjazz als Programmpunkt meines Ateliers bezeichnet.

